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Konzept · Wohn- & Teilhabesetting

FLOW-Logik: Stabilität durch passende Zustandswechsel.

Der Alltag folgt keiner starren Abfolge, sondern einer klaren Wechsel-Logik zwischen vier Zustandsräumen: Fokus, Leib, Offenheit und Wohlbefinden.

Nicht „Flow als Gefühl“ – sondern Regulations- und Steuerungsmodell (Stand Jan 2026)
Kernidee
Struktur ist da – aber zustands- und passungsorientiert.
Setting
bewusst klein
Prinzip
Dosis statt Dauer
Schutz
Regelklarheit
Normalisiert
Rückzug
Leitidee

Hohe Leistungsfähigkeit – ohne Anpassungsdruck.

Das Projekt ist ein bewusst klein gehaltenes, hochstrukturiertes Wohn- und Teilhabesetting für Erwachsene, deren Profil durch kognitive Hochsensibilität (KHSP) geprägt ist: überdurchschnittliche kognitive Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig erhöhter sensorischer, emotionaler und sozialer Sensitivität.

Ziel ist nicht „weniger fühlen / weniger denken“, sondern besser steuern: Reiz- und Komplexitätsmanagement, klare Rollen und Regeln – plus alltagsintegrierter Realitätsabgleich.

Strukturprinzipien
  • Passung statt Druck
  • Regelklarheit statt sozialer Unschärfe
  • Frühwechsel statt Spätkrise
  • Dosis statt Dauer
  • Rückzug ist normalisiert
  • Reflexion ist integriert (Realitätsabgleich)
Zielgruppe

KHSP – Profil, Bedarf, Aufnahmeverständnis

Erwachsene (ca. 25–65) mit hoher kognitiver Leistungsfähigkeit (Richtwert IQ ≥ 115) und erhöhter Sensitivität. Aufnahme erfolgt passungsorientiert und funktional – nicht diagnosezentriert.

Wen wir adressieren
Menschen, die schnell/komplex denken – und in reizdichten, widersprüchlichen Umwelten instabil werden.
Typische Muster
Überreizung, soziale Unschärfe, Grübelschleifen, Erschöpfung, Dysregulation.
Was hilft
Reizschutz, klare Logik, stabile Rollen, strukturierte Skill- und Regulationsräume.
Mitarbeit
Bereitschaft, Regeln mitzutragen und an Reflexion/Realitätsabgleich/Skills mitzuwirken.
Ausschluss (Kurz)
Akute Eigen-/Fremdgefährdung ohne Rahmen; Alkoholabhängigkeit; Sucht ohne Stabilisierungskonzept.
Bewusst klein
Start sehr überschaubar (z. B. 2 Mitbewohner:innen), Ausbau schrittweise bei Passung.
Tagesrahmen

FLOW – ein Regulations- & Steuerungsmodell

Entscheidend ist nicht, wann welche Aktivität stattfindet, sondern dass alle vier Zustandsräume täglich präsent sind – notfalls in kleiner Dosis – und Wechsel jederzeit möglich bleiben.

Fokus Leib Offenheit Wohlbefinden
Wissenschaftliche Einordnung (Kurz)
Allostase / Zustandswechsel
Stabilität ist dynamisch: rechtzeitig umsteuern statt „durchhalten bis zur Krise“.
Window of Tolerance
Ziel ist ein Funktionsfenster, in dem Lernen, Beziehung und Leistung stabil möglich bleiben.
Saubere Begriffsklärung
FLOW-Logik ist nicht gleich „Flow-Zustand“ (Csíkszentmihályi) – Flow ist höchstens ein mögliches Outcome.
Fokus
Strukturierte Projektarbeit, Schreiben, Planen, Umsetzen, Werkstatt – klar begrenzt, klare Anforderungen.
Leib
Bewegung, Reha-orientierte Aktivität, Rhythmus, Sauna/Entspannung, Atem – präventiv gegen Dysregulation.
Offenheit
Soziale Teilhabe ohne Verpflichtung: moderiert, regelbasiert, dosierbar – Ausstieg jederzeit möglich.
Wohlbefinden
Rückzug, Reizschutz, Time-out, ungestörte Ruhe – Recovery ist Pflichtanteil, nicht Bonus.
FLOW-Übersicht: Fokus, Leib, Offenheit, Wohlbefinden
Visual: FLOW-Logik (Übersicht)
FLOW-Wirkmodell: Zustandswechsel und Stabilität
Visual: Wirkmodell / Zustandswechsel
Greifbar

Wie sich FLOW im Alltag anfühlt

FLOW ist keine „Tagesplan-Maschine“. Es ist die Regel, dass Zustandswechsel erlaubt und erwünscht sind. Damit werden Überforderung, Grübelschleifen und soziale Unschärfe nicht moralisch bewertet, sondern funktional gesteuert.

Leitregel
Nicht „durchhalten“, sondern früh wechseln – bevor das System kippt. Wechsel ist Regelvollzug, nicht Versagen.
Tagesrahmen (Beispiel – ohne Uhrzeiten)
Die Reihenfolge kann wechseln – wichtig ist die Präsenz aller vier Anteile.
  1. Check-in: Was ist heute möglich? (kurz, konkret)
  2. Fokus: 1 klarer Arbeitsblock (Start/Ende definiert)
  3. Leib: Regulation (Bewegung/Rhythmus/Wärme/Atem)
  4. Offenheit: dosierte soziale Phase (regelbasiert, ausstiegsfähig)
  5. Wohlbefinden: Reizschutz/Recovery (Pflichtanteil)
  6. Mini-Reflexion: Was hat funktioniert? Was ist der nächste kleine Schritt?
3 typische Wechsel-Muster
Diese Muster sind „normal“ – sie halten Stabilität aufrecht.
Fokus → Leib
Wenn Denken heiß läuft: Bewegung/Atmung/Wärme, dann zurück oder bewusst abbrechen.
Offenheit → Wohlbefinden
Wenn sozial „zu viel“ wird: Exit ohne Diskussion, Reizschutz, später ggf. wieder rein.
Wohlbefinden → Fokus (klein)
Nach Recovery: kleiner Schritt statt „alles aufholen“ (10–20 Minuten reichen).
Mini-Szenarien (damit es konkret wird)

Regel: Nicht „ausdiskutieren“, sondern Zustandswechsel. Erst Leib (Regulation), dann Wohlbefinden (Reizschutz), erst danach wieder Fokus – klein. Ergebnis: Kippmomente werden früher abgefangen.

Regel: Offenheit ist dosierbar. Ein klarer Exit ist vorgesehen, ohne Rechtfertigung. Danach Wohlbefinden (Recovery). Später optional Wiedereintritt – nicht als Pflicht.

Regel: Dosis statt Dauer. Fokus-Blöcke werden begrenzt und mit Leib/Wohlbefinden „gerahmt“. So bleibt Motivation nutzbar, ohne in Erschöpfung zu kippen.
Regeln, die entlasten
  • Regeln sind sichtbar und gelten konsistent
  • „Rückzug“ ist legitim, nicht erklärungsbedürftig
  • Übergänge sind normalisiert (kein Gesichtsverlust)
  • Kurze, ruhige Check-ins statt lange Gespräche
  • Dokumentation als Nebenprodukt (kurz, alltagstauglich)
Setting

Räume, Reizschutz & Funktionslogik

Die Umgebung ist so gestaltet, dass Wechsel zwischen den Zustandsräumen ohne Gesichtsverlust möglich sind. Regeln sind sichtbar, konsistent und entlasten.

Wohnen + Rückzug
Eigene Zimmer, definierte Ruhezonen/Time-out-Raum, klare Hauslogik – Rückzug ist vorgesehen.
Skillräume (regelbasiert)
Bewegung/Ergo/Kreativ, Spiel-/Skillräume, Musikzimmer – funktional, nicht „Freizeitprogramm".
Sicherheit & Deeskalation
Krisenprävention durch Frühwechsel, klare Zuständigkeiten, verlässliche Ansprechbarkeit.
Warum Räume hier nicht „Kulisse“ sind
In KHSP-Profilen ist „Umwelt“ oft der entscheidende Hebel: Reizdichte, Unklarheit und soziale Unschärfe wirken wie Dauerstress. Deshalb werden Räume als Funktionen gestaltet: jeder Raum erleichtert einen Zustandswechsel.
Beispiel: Wenn Offenheit zu dicht wird, ist der Weg zu Wohlbefinden kurz, legitim und konfliktarm. Wenn Fokus heiß läuft, ist Leib sofort verfügbar.
Minimal-Setup (funktional)
  • Rückzug: Zimmer + Time-out
  • Fokus: ruhiger Arbeits-/Werkstattbereich
  • Leib: Bewegung/Regulationsmöglichkeit
  • Offenheit: moderierbarer Gruppenbereich
  • Wohlbefinden: Reizschutz, feste Ruhefenster
Kontakt

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Kurze Nachricht reicht: Kontext + Ziel + ob es um Ponyhof/KHSP/FLOW geht.

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